Amtswechsel beim Bayerischen Obersten Landesgericht / Bayerns Justizminister Georg Eisenreich verabschiedet Dr. Andrea Schmidt und führt Reinhard Röttle in sein neues Amt ein
Bayerns Justizminister Georg Eisenreich vollzog heute (27. April) in der Allerheiligen-Hofkirche in München feierlich den Amtswechsel an der Spitze des Bayerischen Obersten Landesgerichts. Er verabschiedete Dr. Andrea Schmidt. Gleichzeitig führte er Reinhard Röttle in das Amt des Präsidenten des Bayerischen Obersten Landesgerichts ein.
Minister Eisenreich zur bisherigen Amtsinhaberin, Dr. Andrea Schmidt: "In 39 Dienstjahren haben Sie die bayerische Justiz geprägt und sich in verschiedensten Positionen höchstes Ansehen erworben. Rund 17 Jahre waren Sie zuvor bereits als Richterin und später als Vorsitzende Richterin am Landgericht München I tätig. In allen Stationen Ihrer Laufbahn haben Sie Ihr hervorragendes juristisches Fachwissen, Ihren außerordentlichen Einsatz, Ihr großes Organisationstalent sowie Ihre starken Führungsqualitäten unter Beweis gestellt. Sie haben das Amt der Präsidentin des Bayerischen Obersten Landesgerichts hervorragend ausgefüllt. Sie waren eine äußerst engagierte und hochangesehene Behördenleiterin. Für Ihr herausragendes Engagement für die bayerische Justiz danke ich Ihnen herzlich und wünsche Ihnen für Ihren verdienten Ruhestand alles Gute."
Der Justizminister zum neuen Präsidenten des Bayerischen Obersten Landesgerichts, Reinhard Röttle: "Sie sind ein hochangesehener Jurist, der sich in vielfältigen und überaus anspruchsvollen Positionen der bayerischen Justiz in ganz besonderem Maße bewährt hat. Mit Ihrem großen Erfahrungsschatz aus Justizpraxis und Ministerium und Ihrer hervorragenden Fachkompetenz haben Sie die bayerische Justiz maßgeblich geprägt. Zu modernen Konzepten der Strafverfolgung wie der Errichtung der Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus, der Zentralstelle Geldwäschebekämpfung und Vermögensabschöpfung, dem Traunsteiner Modell und dem Kompetenzzentrum Steuerstrafrecht waren Sie Ideengeber. Für Ihren außerordentlichen Einsatz danke ich Ihnen herzlich und wünsche Ihnen alles Gute für Ihre neue Aufgabe als Präsident des Bayerischen Obersten Landesgerichts."
Fotos der Veranstaltung werden zeitnah unter Medienportal - Bayerisches Staatsministerium der Justiz verfügbar sein.
Hintergrund:
Dr. Andrea Schmidt (67 Jahre) begann ihre Laufbahn in der bayerischen Justiz 1987 als Regierungsrätin im Bayerischen Staatsministerium der Justiz. Von Januar bis Oktober 1989 war sie an das Bundesministerium für Jugend, Familie, Frauen und Gesundheit in Bonn abgeordnet. Nach ihrer Rückkehr war Dr. Andrea Schmidt als Staatsanwältin bei der Staatsanwaltschaft München II tätig, bevor sie im Jahr 1990 zur Richterin am Landgericht München I ernannt wurde. Im Rahmen der Aufbauhilfe war sie von September 1991 bis Juni 1993 an das Sächsische Staatsministerium der Justiz abgeordnet. Im September 2000 wurde Dr. Andrea Schmidt zur Vorsitzenden Richterin am Landgericht München I ernannt. Seit Oktober 2009 war sie im Bayerischen Staatsministerium der Justiz tätig − zunächst als Leiterin eines Referats in der Abteilung für Zivilrecht und Öffentliches Recht, ab Oktober 2011 als Leiterin der Abteilung "Ausbildung, Fortbildung und Prüfungsrecht", sowie zusätzlich ab August 2012 als Leiterin des Landesjustizprüfungsamts. Von 2018 bis 2021 war Dr. Andrea Schmidt Präsidentin des Landgerichts München I. Ab Oktober 2021 bis zu ihrem Eintritt in den Ruhestand mit Ablauf des 31. Januar 2026 bekleidete Dr. Andrea Schmidt das Amt der Präsidentin des Bayerischen Obersten Landesgerichts.
Reinhard Röttle (61 Jahre) begann seine Justizkarriere im Jahr 1993 beim Amtsgericht München als Richter. Im weiteren Verlauf seiner beruflichen Laufbahn wirkte er als Staatsanwalt in Wirtschaftsstrafsachen bei der Staatsanwaltschaft München I. Von 1997 bis 2000 war Reinhard Röttle als Mitarbeiter und stellvertretender Referatsleiter im Bundesministerium der Justiz in verschiedenen strafrechtlichen Referaten tätig, bevor er als Zivilrichter am Landgericht München II nach Bayern zurückkehrte. Es folgte ein Jahr als Gruppenleiter bei der Staatsanwaltschaft München I in der Abteilung für Kapitalverbrechen. Ab 2003 war Reinhard Röttle als Mitarbeiter und ab 2005 als Referatsleiter verschiedener Referate in der Strafrechtsabteilung des Bayerischen Staatsministeriums der Justiz tätig. Anschließend kehrte er als Vorsitzender einer Zivilkammer an das Landgericht München II zurück. Ab Mai 2010 war er schließlich erneut im Bayerischen Justizministerium tätig, zunächst als Landtagsbeauftragter, dann als Leiter des Ministerbüros und schließlich als Leiter der Personalabteilung. Im Februar 2018 wurde Reinhard Röttle zum Generalstaatsanwalt in München ernannt. Zum 1. Februar 2026 wurde Reinhard Röttle neuer Präsident des Bayerischen Obersten Landesgerichts.
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… dass die Fachgerichtsbarkeiten, d.h. die Verwaltungs-, Arbeits-, Sozial- und Finanzgerichte in Bayern nicht zum Justizressort, sondern zum Geschäftsbereich der jeweiligen Fachministerien gehören?