Amtsgericht Neu-Ulm
20.03.2026

"Operation Alice" / Neuer bedeutender Ermittlungserfolg / Zentralstelle Cybercrime Bayern (ZCB) und Bayerisches Landeskriminalamt zerschlagen perfides Betrugs-Netzwerk / Mehr als 373.000 Darknet-Domains abgeschaltet / Plattformen lockten mit kinderpornographischen Bildern in Fakeshops / Haftbefehl gegen den Betreiber / Ermittlungen gegen ca. 600 Personen

"Alice with Violence CP", "Raped Bitches" oder "Exclusive Baby Sluts CP":
U. a. mit solchen entsetzlichen Domain-Namen und teilweise mit Bildern von schwerem sexuellem Missbrauch von Kleinkindern lockte ein Betreiber von Darknet-Plattformen Pädokriminelle an, lieferte die bestellte "Ware" aber nicht aus. Hunderttausende kriminelle Seiten auf mehr als hundert Servern sind seit drei Tagen (17. März) mit einem Sperrbanner versehen. Das erfolgreiche Ergebnis intensiver Ermittlungen des Zentrums zur Bekämpfung von Kinderpornographie und sexuellem Missbrauch im Internet (ZKI) bei der ZCB und des Bayerischen Landeskriminalamts (BLKA). Bayerns Justizminister Georg Eisenreich: "Die weltweite 'Operation Alice' ist ein neuer bedeutender Ermittlungserfolg bayerischer Strafverfolgungsbehörden. Sie sind dem Betreiber der Darknet-Plattformen mit innovativen Tools wie dem Dark Web Monitor, einer Suchmaschine für das Darknet, und dem Analyse-Tool GraphSense durch die Verfolgung von Zahlungsströmen auf die Schliche gekommen. Damit haben sich unsere schlagkräftigen Strukturen zur Bekämpfung von Kinderpornographie und Cybercrime und unsere Investitionen in moderne Ermittlungswerkzeuge einmal mehr ausgezahlt. Ich möchte dem ZKI und dem BLKA für die herausragende Arbeit in diesem auch persönlich fordernden Bereich danken."

Der Plattformbetreiber hatte im Darknet ein gigantisches Betrugs-Netzwerk mit mindestens 373.000 Internetseiten betrieben, zu einem erheblichen Teil mit kinderpornographischem Inhalt. Beispielsweise bot er Bilder von "Boys" für 23 US-Dollar, oder "Girls" für 45 US-Dollar an, zu zahlen in Bitcoins. Nach Eingang der Zahlung wurde die "Ware" nicht geliefert. Denn Ziel der Methode war es letztlich, potenzielle Kunden ohne Gegenleistung zu einer Zahlung zu bewegen. Minister Eisenreich: "Die Fake-Shops warben mit echtem kinderpornographischem Material. Man darf nicht vergessen: Hinter jedem Bild, hinter jedem Video steht das unfassbare Leid eines Kindes. Das Verfahren zeigt auch, wie erschreckend groß die Nachfrage in diesem Bereich ist. Das nehmen wir in Bayern nicht hin."

Ermittelt wird gegen den Betreiber, aber weltweit auch gegen circa 600 Nutzer, von denen 440 bereits identifiziert wurden, die zwischen Februar 2020 und Juli 2025 auf kinderpornographischen Plattformen Zahlungen getätigt haben. An der "Operation Alice" beteiligten sich weltweit 23 Staaten – von Kanada über Spanien bis nach Australien. International koordiniert wurde die Operation von Europol. In Deutschland fanden 14 Durchsuchungen gegen 14 Verdächtige in neun Bundesländern statt (in Bayern in den Landkreisen Forchheim und Main-Spessart).

Hinweis

Fotos der Pressekonferenz werden zeitnah unter Medienportal - Bayerisches Staatsministerium der Justiz verfügbar sein.

Hintergrund:

Das bayerische Zentrum zur Bekämpfung von Kinderpornographie und sexuellem Missbrauch im Internet (ZKI)

Justizminister Georg Eisenreich hat im Oktober 2020 eine neue Spezialeinheit gegen Kindesmissbrauch, das Zentrum zur Bekämpfung von Kinderpornographie und sexuellem Missbrauch im Internet (ZKI) gegründet. Ermittlungsverfahren wegen Kindesmissbrauch und Kinderpornographie werden grundsätzlich von darauf spezialisierten Strafverfolgern bei allen 22 bayerischen Staatsanwaltschaften geführt – besonders komplexe Fälle und technisch schwierige Ermittlungen können an das ZKI weitergegeben werden. Das ZKI ist unter dem Dach der Zentralstelle Cybercrime Bayern (ZCB) bei der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg angesiedelt und wird aktuell von Stephan Schäl, Oberstaatsanwalt als ständiger Vertreter eines Leitenden Oberstaatsanwalts, geleitet. Allein im vergangenen Jahr hat das ZKI 7.678 Verfahren aus dem Bereich "Kinderpornographie und sexueller Missbrauch von Kindern" erfasst.

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Wussten Sie eigentlich …?

… dass die Fachgerichtsbarkeiten, d.h. die Verwaltungs-, Arbeits-, Sozial- und Finanzgerichte in Bayern nicht zum Justizressort, sondern zum Geschäftsbereich der jeweiligen Fachministerien gehören?