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Staatsanwaltschaft München I

Justiz ist für die Menschen da – Recht Sicherheit Vertrauen

Pressemitteilung 02 vom 25.03.2026

Anklageerhebung gegen ein mutmaßliches Mitglied der Tätergruppierung „Die Firma“ wegen Handeltreibens mit 123 Kilogramm Kokain

Weitere Anklageerhebung nach bislang größtem Kokainfund in München

Die Staatsanwaltschaft München I hat gegen ein mutmaßliches Mitglied der international im Betäubungsmittelhandel agierenden Tätergruppierung „Die Firma“ Anklage zum Landgericht München I – Große Strafkammer erhoben. Die Ermittlungen wurden unter Sachleitung der Staatsanwaltschaft München I durch die „GER Südbayern“ - der Gemeinsamen Ermittlungsgruppe Rauschgift des Zollfahndungsamts München und des Bayerischen Landeskriminalamts - sowie durch das Kommissariat 82 des Polizeipräsidiums München geführt.

Der Beschuldigte F. soll seit dem Jahr 2021 für „Die Firma“ als Koordinator und Disponent für den Verkauf von Kokain in Süddeutschland, insbesondere im Stadtgebiet von München tätig gewesen sein. Es besteht der Verdacht, dass er für die Koordinierung der aus Frankfurt am Main eintreffenden Rauschgiftkuriere, den Weiterverkauf des angelieferten Kokains sowie den Rückfluss des hierdurch erwirtschafteten Bargeldes nach Frankfurt am Main verantwortlich war. Das Kokain stammt mutmaßlich ursprünglich aus Bolivien und wurde durch Mitglieder der „Firma“ in den Niederlanden bzw. in Brüssel erworben und durch Kuriere über Frankfurt am Main nach München verbracht.

Der Beschuldigte F. wurde Anfang Dezember 2025 festgenommen und befindet sich seitdem in Untersuchungshaft. In seiner Wohnung wurden drei Rolex-Uhren und Bargeld in Höhe von 16.500 Euro sichergestellt. Ihm wird in der Anklageschrift vom 24.02.2026 vorgeworfen, im Zeitraum von Oktober 2023 bis Oktober 2024 im Stadtgebiet von München eine Gesamtmenge von 123 Kilogramm Kokain verkauft und an Abnehmer übergeben bzw. weitere Personen mit der Übergabe beauftragt zu haben. Er wird unter anderem beschuldigt, in elf Fällen als Mitglied einer Bande mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge Handel getrieben zu haben. Es ist beabsichtigt, am Ende der Hauptverhandlung die Einziehung der durch die Drogengeschäfte erwirtschafteten Umsätze in Höhe von knapp 3 Millionen Euro zu beantragen.

In einem weiteren Ermittlungsverfahren gegen einen mutmaßlichen Komplizen des Beschuldigten F., den Beschuldigten S., gelang die Sicherstellung der bislang größten Menge an Kokain im Stadtgebiet München. Am 24.11.2025 wurden bei einer Durchsuchung auf einem von dem Beschuldigten S. angemieteten Tiefgaragenstellplatz 22 Kilogramm Kokain und 57.000 Euro mutmaßliche Drogengelder aufgefunden. Die Staatsanwaltschaft München I hat am 02.03.2026 Anklage zum Landgericht München I – Große Strafkammer erhoben. Dem Beschuldigten S. wird vorgeworfen, im April bzw. im November 2025 im Stadtgebiet von München insgesamt 28 Kilogramm Kokain an seine Abnehmer verkauft zu haben. Er wird beschuldigt, in zwei Fällen unerlaubt mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Mende Handel getrieben zu haben. Er befindet sich seit seiner Festnahme Ende November 2025 in Untersuchungshaft. 

Zudem ist derzeit bei der Staatsanwaltschaft München I ein Ermittlungsverfahren gegen den Beschuldigten Sch., einen weiteren mutmaßlichen Komplizen des Beschuldigten F., wegen des Verdachts des versuchten Mordes in Tatmehrheit mit bewaffnetem Handeltreiben mit Betäubungsmitteln anhängig. Der Beschuldigte Sch. versuchte, sich seiner Festnahme am 02.12.2025 zu entziehen, indem er sein Fahrzeug mit überhöhter Geschwindigkeit auf einen Polizeibeamten zusteuerte. Daraufhin kam es zu einem polizeilichen Schusswaffengebrauch, durch den der Beschuldigte Sch. am Arm verletzt wurde. Bei der anschließenden Durchsuchung seiner Wohnung wurden mehrere Kilogramm Amphetamin und mehrere Schusswaffen aufgefunden. Der Beschuldigte Sch. befindet sich seit seiner Festnahme in Untersuchungshaft, die Ermittlungen dauern an. 

Über die Eröffnung der jeweiligen Hauptverfahren und damit über eine mögliche Terminierung der Hauptverhandlungen werden die jeweils zuständigen Großen Strafkammern des Landgerichtes München I entscheiden.

Hinweis:
Die hier geführten Verfahren stehen im Zusammenhang mit einem umfangreichen Ermittlungskomplex der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main, der sich gegen insgesamt 33 weitere Mitglieder der "Firma" richtet. Die Tätergruppe setzte nach den dortigen Ermittlungsergebnissen im Jahr 2020 insgesamt etwa 380 kg Kokain zu Kaufpreisen in Höhe von insgesamt ca. 10,55 Mio. Euro und in den Jahren 2023 und 2024 insgesamt etwa 725 Kilogramm Kokain zu Kaufpreisen in Höhe von insgesamt ca. 15,5 Mio. Euro um. Acht Mitglieder der "Firma", zwei Geschäftspartner und einer ihrer "Geldwäscher" wurden durch das Landgericht Frankfurt am Main bereits zu Freiheitsstrafen zwischen 3 Jahren 10 Monaten und 11 Jahren 6 Monaten verurteilt, acht von ihnen rechtskräftig. Überdies wurde die Einziehung von sichergestellten Geldern und Wertersatz in Höhe von insgesamt ca. 8,5 Mio. Euro angeordnet. Fünf weitere Mitglieder der "Firma" wurden überdies zum Landgericht Frankfurt am Main angeklagt.

gez

Juliane Grotz
Staatsanwältin als Gruppenleiterin
Stellvertretende Pressesprecherin