Pressemitteilung 06/2026 vom 26.02.2026
Anklageerhebung gegen mutmaßlichen Geldwäscher, Betrüger und Urkundenfälscher
Bamberg/ Schwabach /Landkreis Osnabrück. Die Zentralstelle Cybercrime Bayern hat Anklage gegen einen 27-jährigen Auszubildenen zum Fachinformatiker aus dem Landkreis Osnabrück u.a. wegen Geldwäsche, Betrug und Urkundenfälschung zum Landgericht Bamberg erhoben.
Dem Angeschuldigten wird nach den gemeinsam mit der Kriminalpolizeiinspektion Schwabach geführten Ermittlungen vorgeworfen, im Zeitraum Juni 2021 bis Juli 2023 eine Vielzahl von Straftaten mit wechselnder Herangehensweise begangen und dabei über 160.000,00 EUR erlangt zu haben.
Einerseits soll der Angeschuldigte zusammen mit weiteren Mittätern mehrere Internetseiten betrieben und hierüber Finanzagenten angeworben haben. In dem Glauben im Rahmen eines regulären Arbeitsverhältnisses zu arbeiten, nahmen die Finanzagenten auf ihren persönlichen Bankkonten Gelder, die aus Betrugstaten stammten, entgegen und leiteten diese an ihnen vorgegebene Konten weiter. Insgesamt wurden durch die mutmaßlich von dem Angeschuldigten mitbetriebenen Internetseiten 27 Finanzagenten angeworben, über deren Bankkonten nachfolgend mehr als 380.000,00 EUR gewaschen wurden.
Andererseits soll der Angeschuldigte über eine Internetverkaufsplattform verschiedene Waren, u.a. Radlader und Seecontainer, in Vorkasse zum Kauf angeboten haben, ohne diese jemals tatsächlich liefern zu wollen. 42 getäuschte Käufer überwiesen infolgedessen mehr als 127.000,00 EUR.
Auf bisher unbekanntem Weg soll sich der Angeschuldigte zudem Zugang zum Onlinebanking von Bankkunden verschafft und hierdurch in den Besitz von persönlichen Informationen der Kontoinhaber gelangt sein. Ein Mittäter soll anschließend bei den Kontoinhabern angerufen, sich als falscher Bankmitarbeiter ausgegeben haben und hierdurch täuschungsbedingt in den Besitz von TANs zur Freigabe von Überweisungen gelangt sein, die der Angeschuldigte zuvor im Online-Banking vorbereitet hatte. Mithilfe dieser TANs soll der Angeschuldigte sodann insgesamt 20 Überweisungen in Höhe von 65.000,00 EUR im Onlinebanking freigegeben haben. Hiervon konnten durch die Banken glücklicherweise rund 15.000,00 EUR wieder zurückgebucht werden.
Des Weiteren wird dem Angeschuldigten vorgeworfen, das Abschlusszeugnis eines Dritten dergestalt verändert zu haben, dass der Begriff „Hauptschulabschluss“ durch „Realschulabschluss“ ersetzt wird. Zudem soll er alle Noten der Notenstufe „mangelhaft“ durch „befriedigend“ oder „ausreichend“ substituiert und hierfür eine Vergütung in Höhe von 150,00 EUR erhalten haben. Infolge Vorlage des gefälschten Abschlusszeugnisses erlangte der Dritte sodann eine Anstellung bei einer Recyclingfirma.
Überdies soll der Angeschuldigte den auf 12 Monate befristeten Arbeitsvertrag eines Dritten derart manipuliert haben, dass dieser auf unbestimmte Zeit geschlossen ist. Der Angeschuldigte soll dabei die Verwendung des gefälschten Arbeitsvertrages zumindest billigend in Kauf genommen haben.
Der Angeschuldigte wurde am 30.09.2025 im Landkreis Osnabrück festgenommen und befindet sich seitdem in Untersuchungshaft.
Das Landgericht Bamberg, das über die Zulassung der Anklageschrift und die Eröffnung des Hauptverfahrens zu entscheiden hat, ist örtlich zuständig, da durch die dem Angeschuldigten zur Last gelegten Taten auch Warenkäufer und Kontoinhaber aus Bayern geschädigt sein sollen. Das Gesetz sieht für jeden dem Angeschuldigten zur Last gelegten Fall des Betrugs eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu 10 Jahren Freiheitsstrafe vor.