Pressemitteilung 13/2026 vom 30.07.2026
Zugriffe von ZCB und Coburger Kriminalpolizei in „Hackerville“ – Ermittlungserfolg gegen mutmaßliche Online-Betrüger in Rumänien
Bamberg/Coburg/Râmnicu Vâlcea. Umfangreiche Ermittlungen der Zentralstelle Cybercrime Bayern und der Kriminalpolizeiinspektion Coburg gemeinsam mit rumänischen Ermittlungsbehörden führten zur Festnahme von zwei Tatverdächtigen im rumänischen Râmnicu Vâlcea. Ihnen wird vorgeworfen, mit betrügerischen Onlinegeschäften einen hohen finanziellen Schaden verursacht zu haben.
Bereits seit Januar 2026 führen die Spezialstaatsanwälte der Zentralstelle Cybercrime Bayern und die bei der Kriminalpolizeiinspektion Coburg eigens eingerichtete Ermittlungsgruppe „Cardealer“ Ermittlungen gegen eine zunächst unbekannte Gruppierung u.a. wegen des Verdachts des gewerbsmäßigen Betrugs.
Nach den bisherigen Erkenntnissen verschafften sich die Täter unberechtigt Zugang zu Benutzerkonten seriöser Fahrzeughändler auf Onlineplattformen und veröffentlichten dort gefälschte Fahrzeuginserate. Zudem fälschten sie bei Fahrzeugverkäufen Rechnungen, sodass die Geschädigten das Geld nicht auf Konten der Händler, sondern auf von den Tätern kontrollierte Bankkonten in Deutschland und Spanien überwiesen. Die Tätergruppe soll seit September 2025 mehrere hundert Händlerkonten übernommen und über 5.000 gefälschte Fahrzeugangebote veröffentlicht haben. Der den gutgläubigen Fahrzeugkäufern entstandene Schaden liegt nach aktuellen Erkenntnissen bei mehr als 660.000 EUR.
Im Zuge der Ermittlungen gelang es, zwei Tatverdächtige zu identifizieren. Im Rahmen eines Action Days gemeinsam mit den rumänischen Behörden am 7. Juli 2026 wurden ein 40-jähriger und ein 44-jähriger rumänischer Staatsangehöriger in Râmnicu Vâlcea festgenommen und Durchsuchungen durchgeführt. An den Maßnahmen in Rumänien waren zwei Staatsanwälte der Zentralstelle Cybercrime Bayern und Ermittler der KPI Coburg unmittelbar beteiligt. Es wurden vor Ort Bargeld und Goldmünzen im Wert von ca. 100.000 EUR sichergestellt und unmittelbar an die deutschen Beamten übergeben. Die beiden Beschuldigten wurden bereits nach Deutschland ausgeliefert und dem Haftrichter vorgeführt. Die Männer befinden sich in Untersuchungshaft.
Râmnicu Vâlcea trägt in den Medien oft den Spitznamen „Hackerville“, weil die rumänische Stadt über Jahre hinweg als Zentrum international agierender Cyberkrimineller und insbesondere des Online-Betrugs bekannt wurde.
Die weitere Auswertung der gesicherten Beweismittel sowie die Ermittlungen zu weiteren Tatbeteiligten dauern an. Weitere Einzelheiten zum laufenden Ermittlungsverfahren können deshalb derzeit nicht mitgeteilt werden.
Anlage: Foto von sichergestelltem Bargeld (pressefrei mit Quellenangabe Generalstaatsanwaltschaft Bamberg)